Archiv der Kategorie: musikalische Hörtipps

Steve Lukather

Steve Lukather – ein Name und 1000ende musikalischer Ideen. Schier unendlich scheint das Schaffen dieses Gitarristen zu sein. Bekannt in den 80er Jahren als Gitarrist von TOTO tourt regelmässig durch die Lande, nimmt alle 2 Jahre ein neues Album auf. Dann wieder mit TOTO eines… Sein neustes Album „All’s well that ends well“ zeigt ihn als absolut gereiften Gitarristen (wie kann es auch anders sein?) und Songwriter. Der Einsatz von Sounds/Arrangements ist einfach herrlich, sein Spiel nach wie vor einfach unverkennbar.

Mein Hörtipp: Dont’s say it’s over

an Gedenken an Gary Moore

Gestern erreichte mich die Meldung Gary Moore sei überraschend mit nur 58 Jahren verstorben. Wie traurig, ich habe leider die Gelegenheit verpasst, ihn einmal live zu erleben. Gary Moore, war in meinen Teeniejahren der Grund, warum ich E-Gitarre lernen wollte. Stundenlang hab ich seine Soli’s Note für Note nach zu spielen versucht. Obwohl ich seine Karriere nicht mehr aktiv verfolgte, möchte ich hier noch ein paar Hörtipps platzieren:

 

Gary Moore war ein absoluter „Melody-Player“, nie stand sein technisches Können im Vordergrund. Er verstand es, eine Melodie zu spielen, zu warten, diese zu wiederholen und auch über mehrere Takte mit wenigen Tönen Spannung aufzubauen. Fast vergessen bleibt dabei die Tatsache, dass er ein Sänger mit unverkennbarer Stimme war und ein fantastischer Songwriter. Er war auch immer wieder offen für neue Stile, so hat er in den 90ern sogar ein Drum n’ Bass Album aufgenommen, von seiner Gitarre war da fast nichts mehr zu hören :o)

 

In einer Fachzeitschrift habe ich mal folgendes gelesen, was mich nachhaltig geprägt hat. Jemand hat die Stile von Steve Vai und Gary Moore verglichen – ein ungewöhnliches Unterfangen. Nun, der Schreiber war der Annahme, dass er Gary Moore rasch Note-für-Note nachspielen könne und bei Steve Vai sich die Zähne ausbeissen würde. Das Gegenteil war der Fall: Während er ein Solo von Vai rasch draufhatte, dauerte es Wochen, bis er das Feeling von Mr. Moore nur ansatzweise drauf hatte … sagt viel über den Gitarristen Gary Moore aus.

 

Meine Hörtipps:

 

  • Blues for Narada
  • Like Angels
  • Seperate Ways

 

Kann man ja heutzutage easy über i-tunes anhören :o)

 

das Album „After Hours“ – mit Bläsersätzen, tolles Songwriting, excellente E-Gitarrenarbeit

 

Lynne Arriale – der amerikanische No. 1 Pianistin :o)

Zum ersten Mal gehört von Lynne Arriale habe ich vor mehreren Jahren. In einem kleinen feinen CD-Laden, wo der Besitzer noch jede CD kannte, die er verkaufte. Er erzählte mir von dieser amerikanischen Pianistin in den höchsten Tönen.

 

Etwas später war ich gespannt auf das Konzert in der Widder Bar in Zürich, sie gastierte für 1 Konzert mit Ihrem Trio da. Was ich da hörte, war einfach umwerfend. In jeder Hinsicht einfach perfekt und doch immer mit viel Herz, Groove und Gefühl. Sie spielte etwa so sprühend wie Monty Alexander, techn. komplex wie Herbie Hancock und mit einer Hingabe wie Keith Jarrett. Das Trio war richtig eine Einheit und der kompakte Sound begeisterte nicht nur mich.

 

Seitdem gehe ich jedes Konzert von ihr besuchen, wenn Sie im deutschsprachigen Raum spielt. Und jedes Mal bin ich von Neuem immer wieder überrascht. Sie ist eine der wenigen Künstlern, die während eines Abends keine Licks und vorgefertigten Sachen spielt sondern jede einzelne Phrase immer wieder neu erfindet. Ihr Ideenreichtum bez. des Repertoires kennt auch keine Grenzen, mal überrascht Sie mit einem völlig abgefahrenen Monk, dann spielt sie ein „Lean on me“ oder eine ihrer wunderschönen selber komponierten Balladen. Auch in Uptempo Sachen schöpft sie aus einem unglaublichen Fundus an Ideen, immer messerscharf im Time und unglaublich präzise wie jede Note daher kommt.

 

Ihre letzte CD war eine Zusammenarbeit mit dem berühmten Trompeter Randy Brecker sowie dem Bassisten George Mraz. Während ihrer Improvisationen hat man das Gefühl, das Klavier atmen zu hören. :o)

 

Also: wenn Lynne Arriale nächstes Mal in der Schweiz gastiert unbedingt das Konzert besuchen!

 

www.lynnearriale.com

Brad Mehldau Trio

The Art of Trio Vol. I – als ich ihn zum ersten Mal live hörte vor ca. 12 Jahren in Zürich, war mir vieles noch fremd. Es schien nicht nur mir so zu gehen – während des Konzerts verliessen mehrere Leute das Kongresshaus. Brad mit seinem Trio schwelgte dahin, schon fast irgendwo entrückt. Wenn ich mir die Sachen nun jetzt anhöre, kann ich nun die Tiefe in seinem Spiel erkennen. Unglaublich lyrisch, das Time manchmal fast aufgelöst und trotzdem immer präsent. Die Rhythmsection verschmilzt förmlich mit dem Klavier. Meine Lieblingsnummer da drauf: I fall in Love to easily – der Beginn des Klaviersolo’s verschlägt mir jedesmal fast den Atem … was soll man da noch sagen? Soviel Raum, eine so klare Phrase, und wieder ganz viel Raum…. einfach traumhaft….